Masturbieren mit den Augen

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Geschrieben von Ela G. am 06.03.2013

Es ist ja allgemein bekannt, dass bei jedem das Kopfkino angeht, sobald zweideutige Bemerkungen fallen. Aber ich mag es lieber, wenn ich mein persönliches Kopfkino selbst steuern kann als es der willkürlichen Fernsteuerung von Zufälligkeiten zu überlassen. Deshalb sitze ich gern in Fitness-Studios herum und bin diejenige welche beim Junggesellinnenabschied den Stripper besorgt.

Welche Dame hat sich nicht schon einmal den Gedanken an die „grüne Wiese“ oder „Katzenbabys“ gewünscht, wenn ein grobschlächtiger Kerl ihr gegenüber eine anzügliche Bemerkung gemacht hat Hätte der Kerl gut ausgesehen, wären diese Gedanken anregend gewesen, hätte er der den Abend finanziert wären sie zumindest tolerierbar, so aber sind sie einfach nur abstoßend – Kopfkino aus der Kategorie „geht gar nicht“. Ein typischer Männerfehler – sie glauben einfach, es gäbe gar keine Unterschiede zwischen Mann und Frau – nicht in sexueller Hinsicht geschweige denn in Sachen Humor.

Keine Frau hat nach so einer Erfahrung das Verlangen, dieser Person eine Rolle in dem aktuellen Streifen ihres Kopfkinos zu geben. So jemand kommt nicht einmal für eine Nebenrolle in Frage, denn das zerstört bei der Selbstbefriedigung jede Illusion. Und dennoch hat auch jede Frau das Bedürfnis, beim täglichen-wöchentlichen Masturbieren an etwas Schönes zu denken.

Was bleibt Frau also übrig, als sich den Stoff, aus dem ihre sexuellen Träume sein sollen, selbst zuzuschneiden. Ich persönlich gehe dafür sehr gern ins Fitness-Studio. Die Männer hier sind in der Regel durchtrainiert und wohlgefällig… und sie reden normaler Weise wenig. Wer reden möchte, sollte sich als Frau weniger die Muckibude als Inspiration für den später folgenden selbstgemachten Orgasmus im eigenen Schlafzimmer holen, sondern sich vielleicht hierfür lieber eine Buchlesung  aussuchen. Eine gute Mischung aus beidem bekommt Frau für gewöhnlich bei kleinen Jazz-, Blues- oder Soulkonzerten – dort findet sie Männer, die etwas auf sich halten und auch nicht nur den Sportteil der Zeitung sowie die Speisekarte des Lieblingsrestaurants lesen.

Naja und dann freue ich mich ja auch immer auf Junggesellinnenabschiede, denn da kann man sich sogar den Mann selbst buchen, der später mit einem das Laken in inniger Ekstase zerwühlt – wenn auch nur im Kopf. Ich frage mich manchmal, warum wir uns einen solchen Adonis nicht auch zu jedem Geburtstag gönnen, denn schon bei  seinem Auftritt masturbiere ich bereits mit den Augen. Gierig verschlinge ich, was mir dargeboten wird, um es später vor meinem lüsternen, geistigen Auge immer und immer abspielen zu können.  Er ist schön, er ist sexy und er geht, wenn er nicht mehr gebraucht wird. Was bleibt ist eine wundervolle Masturbationsvorlage.

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