Keine Lust ???

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Geschrieben von Ela G. am 31.08.2012
„Keine Lust?“ mit diesem Slogan warb ein bekannter Marmeladenhersteller für seinen Brotaufstrich und wollte damit einer ganzen Nation das Aufstehen versüßen. Wie ich neulich an meinen Frühstückstisch beim Genuss eben dieser Konfitüre feststellte, fehlte mir offenkundig seit längerem die Lust, denn ich konnte mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal masturbiert hatte. Als Single, mit wenigen Gelegenheiten machte ich mir Sorgen um meine Libido und um mein Alter… ich dachte immer je öller je döller, aber wo war das Kribbeln in meinem Unterleib abgeblieben?

Eigentlich gehöre ich zur Kategorie Frauen, die es regelmäßig braucht, auch wenn kein Kerl verfügbar ist. Also kommen meine Finger und meine Sextoys auch in Singlezeiten mindesten 1-2 mal die Woche zum Einsatz. Damit liege ich auch bei den weiblichen Sexhungrigen was die Selbstbefriedigung betrifft allenfalls im Mittelfeld. Eine Bekannte besorgt es sich angeblich sogar 1-2mal täglich auch wenn abends noch der aktuelle Lover sein Kommen angekündigt hat.

Zurück zu meinem Problem – ich beendete mein Frühstück schneller als gedacht, weil ich mir dachte, dass ich noch eine kleine selbstgemachte Nummer einschieben könnte, bevor ich mich auf den Weg zur Arbeit machte. Ich kramte mein Vibro-Ei hervor und startete den Turbo. Ich schloss die Augen, aber statt lustvollen Gedanken erschienen dort nur Bilder vom bevorstehenden Meeting auf Arbeit und dem Aktenberg auf meinem Schreibtisch. Wütend flog das Vibro-Ei in die Ecke und verstummte augenblicklich, weil die Batterie rausgefallen war. Recht so, dachte ich und machte mich frustriert auf, meine Brötchen zu verdienen.

Ich nahm mir fest vor, es mir Abend so richtig gemütlich zu machen. Ein Bad einlassen, danach eine Self-Made-Ölmassage und dann ab ins Bett zu meinem Schatz – einer ganzen Truhe voller Spaßmacher, die auch ohne Manneskraft funktionieren. Gedacht getan, der erste Teil klappte ganz gut, der zweite Teil weniger, denn als ich morgens erwachte, lag die Schatztruhe mit den Lustbereitern ungeöffnet vor mir. Wieder machte ich mich frustriert auf Arbeit.

Dann war Wochenende und ich traf mich mit meiner Freundin zum Work-Out-Latte-Macciato. Nun bin ich kein Fan davon, über meine Sexproblemchen in öffentlichen Cafés zu diskutieren, wie das in amerikanischen Serien der Fall ist. Dennoch entschloss ich mich, das Thema aufzugreifen. Meine Freundin ist sonst immer etwas altklug und meistens kann sie alles besser und solche Sachen passieren ihr eigentlich nie, weil so perfekt. Diesmal jedoch ganz anders. Als hätte ich einen passenden Schlüssel gefunden, plapperte sie mir von ähnlichen Erfahrungen ins Ohr. Vor allem dann wenn sie sich wegen einer mal wieder verpatzen Beziehung tief in die Arbeit stürzte, sank der Lustfaktor auch bei ihr gen 0. Sie tröstete mich – das sei bei emanzipierten Frauen eine Art Therapie, um den Verlust zu verkraften – es sei quasi nach dem die Endgültigkeit der Trennung im Hirn angekommen sei eine Art Trauerarbeit. Nach dieser Phase käme dann die Auflehnung (Motto dem würde ich es beweisen) und damit käme automatisch die Lust auf Orgasmus und dem zu Folge die Selbstbefriedigung zurück.

Mann oh Mann, das Geständnis traf mich nicht nur wie ein Schlag sondern auch voll auf meine Situation zu. Ich ging das Wochenende gelassen an. Gönnte mir Ruhe statt Fitnessprogramm und nach dem Erotikkrimi im Fernsehen am Sonntagabend kehrte auch die Lust in meine Lenden zurück.

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