I feel good

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Geschrieben von Rico P. am 05.06.2012

I feel good… dachte ich zumindest, als ich mich diesjährig zum ersten Mal ins Getümmel eines der vielen Musikfestivals begab. Gut gelaunt packte ich meine Outdoor-Ausrüstung und belud mein Kfz vorschriftsmäßig. LaSi sprich Ladungssicherung ganz groß geschrieben. Ich sammelte meine beiden Freunde ein und zu dritt holten wir dann die beiden Internet-Mitfahrgelegenheiten vom vereinbarten Treffpunkt ab. Ich freute mich auf ereignisreiche Tage voller Musik, aber alles kam ein wenig anders als geplant.

Wie gesagt: ich bin ein Spätzünder was solche Festivals betrifft, aber ich wollte so ein Event unbedingt vor meinem 30.Geburtstag in meinen Lebenslauf integrieren – man gönnt sich ja sonst nichts. Meine beiden Kumpels und auch die Mitfahrgelegenheiten waren da bedeutend erfahrener. Als sie mitsamt ihrer Habe in meinem Auto verstaut waren, gab es von vorschriftsmäßiger LaSi keine Spur mehr und prompt wurden wir von den freundlichen Mitmenschen in Uniform aus den Verkehr gezogen.. sie wollten aber gar nichts an unserer Ladung aussetzen, sondern waren auf der Suche nach anderen Gesetzesbrüchen, die sie bei uns nicht fanden. Ich war trotzdem frustriert.

Noch frustrierter war ich, als wir den Ort des bunten Treibens nicht bei motivierendem Sonnenschein, sondern in strömendem Regen erreichten. Ich trug Zeltzubehör und Klamotten an den georderten Platz und baute – immer noch frustriert – meine Lagerstatt auf. Meinen Kumpels schien das Wetter am A… vorbeizugehen, die hatten sich ziemlich zugelötet und schienen von dem Regen nichts mehr zu spüren.

Ich versuchte mich auf die Gigs des Abends zu freuen. Zwei meiner Favoriten sollten schon am Eröffnungsabend auftreten. Das Wetter blieb beschissen, die Tonqualität war miserabel und von dem mühsam ergatterten „super Stellplatz kurz vor der Bühne“ musste ich mich schnell verabschieden, weil mir die kalt hinuntergeschlungene Büchsensuppe auf den Magen geschlagen war. Als ich endlich an den Ort des Geschehens zurückkehren konnte, waren die beiden Acts schon vorbei und meine beiden Kumpels empfingen mich wenig mitleidvoll mit der Aussage, sie hätten zwei Schnitten mit Wohnmobil aufgerissen und würden nun dort nächtigen.

Zwar hatte es inzwischen aufgehört zu regnen aber das Lager im nassen Zelt war alles andere als heimelig. An Schlaf war nicht zu denken, es johlte und feierte rund um mich weiter. Als dann im Nachbarzelt auch noch ein Pärchen schamlos seine Lust auslebte und masturbierte, onanierte und kopulierte, was das Zeug hielt, schlüpfte ich in meine nassen Klamotten vom Vortag. Es war noch früh, aber schon hell. Auf dem Weg zu den spartanischen Waschgelegenheiten stellte ich fest, dass das vögelnde Pärchen in meiner unmittelbaren Nachbarschaft bei weitem kein Ausnahmefall war.

Der Vorteil der frühen Stunde war, dass die besagten Waschgelegenheiten – entgegen der Aussage meiner Festivalerfahrenen Kumpel – nahezu unbesetzt waren. Ich suchte mir einen einsamen Wasserhahn und begann mit der ebenso spartanischen Morgenhygiene – viel mehr als Zähneputzen war bei der Kälte und in aller Öffentlichkeit nicht drin. Zwei Wasserhähne gegenüber stand ein Mädchen. Sie sah ebenfalls sehr frustriert aus. „Na was ist dir auf den Magen geschlagen?“ fragte ich sie. „Kalte Büchsensuppe und Gestöhne im Nachbarzelt“ war die durch die Zahnbüste genuschelte Antwort…

Festival-Wiederholungstäter werden wir beide nicht, aber wir hatten dann gemeinsam doch noch zwei nette Tage mit akzeptablem Wetter und Superbands und die nächtliche Geräuschkulisse konnten wir mit Bierflaschenklappern auch übertönen.

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