Fremdsprachen

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Geschrieben von Rico P. am 16.04.2012

Dass Männer und Frauen unterschiedliche Sprachen sprechen ist hinlänglich bekannt, aber ein seltsames Phänomen habe ich bei meinen eigenen aber auch bei Beziehungen anderer beobachtet. Im Gegensatz zu anderen „Fremd“-Sprachen ist es bei den beiden Beziehungssprachen häufig so, dass der gemeinsame Wortschatz im Laufe der Zeit ab- statt zunimmt ! Schwierig wird es da nicht nur im Alltag, sondern vor allen Dingen auch im Liebesleben.

Am Anfang des Verliebt-Seins löst der Satz „Schatz mach´s mir!“ aus ihrem Munde ein wahres Feuerwerk in seinen Lenden aus und wildem Gefummel folgt zumeist eine heftige Kopulation im besten Falle von beiderseitigem pulsierenden Orgasmus gekrönt. Dann ist das Leben schön und die Beziehung in Ordnung.  Manchmal ist der Wortschatz auf beiden Seiten so üppig, dass es auch über längere Zeit einigermaßen funktioniert.  Aber eben nur manchmal.

Wenn ER nach gefühlten tausend Diskussionen über den richtigen Zeitpunkt und/oder die richtige Position zärtlich meint: „Schatz, ich hab Lust auf dich!“, fühlt sich Frau sehr häufig genötigt. Die Damen sehen nicht, dass es den Männern nicht immer nur um die eigene Lust geht, sondern, dass sie einfach ihren Frauen mal wieder eine Entspannung verpassen möchten.

Umgekehrt fühlt SIE sich häufig persönlich zurückgewiesen, wenn der Mann nach einem anstrengenden Arbeitstag oder vor einem spannenden Fußballspiel einfach nicht zugänglich für Gespräche geschweige denn für Zärtlichkeiten ist.

Aber ich möchte nicht alleine nur auf dem mangelnden Verständnis der Frauen herumhacken. Auch bei den Männern ist zu beobachten, dass das Übersetzungsmodul bei der Kommunikation in einer Beziehung einfach nicht eingeschaltet wird. Der schön gedeckte Tisch wird nicht mehr als Einladung für einen romantischen Abend gesehen. Und bekommt Mann nach einer wochenlangen Phase der Enthaltsamkeit bzw. Selbstbefriedigung plötzlich ein „Go“ fühlt er sich statt bestätigt ehr verunsichert. Er kann nicht glauben kann, dass SIE plötzlich wieder Lust auf Körperkontakt hat und ER im Gegenzug ihre Nähe einfach genießen dürfen soll. Das übersteigt das männliche Übersetzungsvermögen.

Die Sommer- und damit Ferienzeit steht praktisch schon wieder vor der Tür und so müssten eigentlich Männer wie  Frauen noch die Vokabeln des anderen Geschlechts pauken und vor allem an der Aussprache feilen, damit es mit dem Urlaubs-One-Night-Stand und vielleicht auch mit dem Start in eine feste Beziehung klappt.

Wenn sich der eine oder die andere nun ertappt fühlen, kann ich nur empfehlen, dass sich beide einmal wortlos begegnen sollten, denn Worte können jeden schönen Augenblick zerstören. Im Übrigen hat weder sie noch er beim Reden den Mund zum Küssen frei. Küssen ist aber die schönste Liebeserklärung und ob jemand Lust zum Lieben hat, ist dabei so ganz nebenbei ebenfalls heraus zu finden. Fallt übereinander her, liebt euch, wie am Anfang eurer Beziehung, verwöhnt euch mit der Zunge, mit den Fingern, mit eurem ganzen Körper aber keines Falls mit dem Mund also mit Worten, denn Männer und Frauen haben seit Ewigkeiten die gleiche Sprache.

 

 

 

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