Bist du gekommen?

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Geschrieben von Ela G. am 23.01.2012

Schon oft habe ich mich gefragt, wie Langzeit-Paare es schaffen, über Jahre glücklich mit dem gleichen Partner Sex zu haben. Eine Freundin erzählte mir neulich, wie sie es schafft, ihre Beziehung aufrecht zu halten, auch wenn diese augenscheinlich nicht perfekt ist, schon gar nicht in Punkto Liebesleben.

Wie bereits beschrieben, ist „Partnerschaft“ nicht unbedingt meine Lebensart, aber ich habe viele Freundinnen, die in einer festen Beziehungen leben, einige davon für heutige Verhältnisse schon ziemlich lange und einige auch ziemlich glücklich.

Meine Freundin und ihr Partner haben Kinder und allein deshalb möchte sie auch in Zukunft an der Partnerschaft festhalten. Die beiden harmonieren perfekt mit einander was den Alltag sprich Kinder, Haushalt, Job und Freizeit betrifft –  nur das Liebesleben kommt seit längerer Zeit meistens zu kurz – im wahrsten Sinne des Wortes. Der Liebesakt wird zwischen „morgendlicher Dusche“ und „Kinder aufwecken“ vollzogen oder abends, wenn eigentlich beide bereits müde sind – für meine Freundin reichen diese Quickies in der Regel nicht für einen Orgasmus. Besonders abends, nach dem ihr Mann sich in seine Kissen vergraben hat,  hat sie es sich also angewöhnt, noch einmal ins Badezimmer zu gehen und sich quasi unter Vortäuschung einer „rituellen“ Reinigung den „Rest zu geben“. Im Bad hat sie inzwischen alle ihre Masturbations-Toys versteckt, damit sie darauf zu greifen kann, wenn Not an der Frau ist.

Ich fragte sie daraufhin, ob diese Toys nicht im Schlafzimmer besser aufgehoben seien. Ihre Antwort war gleichermaßen logisch wie ernüchternd: Ihr Mann fragt sie immer nach dem Liebesspiel denselben Satz „Bist du gekommen, Schatz?“. Sicherlich ist er ernst gemeint und genauso sicher steckt nur die ehrliche Sorge dahinter, dass er sie mit dem kurzen Sex nicht „satt“ bekommen hat, aber der Spruch turnt meine Freundin inzwischen derart ab, dass jegliche seiner weiteren Bemühungen zwangsläufig im Desaster enden würden. Deshalb wählt sie den für ihn weniger deprimierenden für sie jedoch garantiert mit Erfolg gekrönten Weg, es sich im Bad mal eben noch selbst zu besorgen sprich zu masturbieren.

Nach meiner Erfahrung wollen Männer, die ihre Frauen lieben, diese glücklich machen und dass dieser Mann meine Freundin liebt, steht für mich außer Zweifel. Einen Vibrator zu Hilfe zu nehmen, wenn es anders nicht klappt, sollte heute keinen Mann mehr in eine Sinnkrise stürzen. Sollte ich, als beste Freundin also nicht doch versuchen, sie davon zu überzeugen, die „Spielzeugkiste“ nach einem erneuten Liebesakt ohne Höhepunkt wieder ins eheliche Schlafzimmer zu verlegen und dem Partner ehrlich ins Gesicht sagen: „Nein Schatz, ich bin nicht gekommen, lass uns noch ein wenig spielen!!
Vielleicht hat ja jemand ähnliche Erfahrungen und kann mir einen Rat geben.

 

 

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